Oberst Jens Dobrindt sprach bei der CDU-Veranstaltung über die sicherheitspolitischen Herausforderungen, die auch unsere Region betreffen könnten. Er warnte vor einer möglichen Eskalation Russlands Richtung Baltikum ab 2029, so die Einschätzung von Analysten, und verwies darauf, dass Russland bereits auf Kriegswirtschaft umgestellt habe. Außerdem hob er die Zunahme hybrider Bedrohungen in Deutschland hervor. Diese belegten die Aussage: „Wir leben nicht im Krieg, aber auch nicht im Frieden.“
Beispiele kritischer Infrastruktur seien Energie, Wasser, das Gesundheitswesen und die Telekommunikation – Bereiche, die es besonders zu schützen gelte.
Im Verteidigungsfall werde Deutschland ein Transitland sein, was eine gewaltige logistische Herausforderung darstelle. Dafür müssten schon heute mit Blick auf Autobahnen, Zugstrecken und Lagerkapazitäten Vorkehrungen getroffen werden. Dobrindt gab Denkanstöße sowohl für die Wirtschaft als auch für Privathaushalte, sich auf solche Krisenszenarien einzustellen. Deutschland verfüge bereits über gute Grundlagen und stehe Bedrohungen nicht schutzlos gegenüber. Die Kapazitäten würden stetig ausgebaut.
„Wir werden sie schützen – die Bundeswehr hat unser Vertrauen verdient“, schloss der Chef des Erndtebrücker Luftwaffenstandortes seinen Beitrag, dem die Zuhörer für seine klaren Worte mit deutlichem Beifall dankten.
„Wir wollen uns verteidigen können, damit wir uns nicht verteidigen müssen“, zitierte CDU-Kreisvorsitzender Benedikt Bödenbender, MdB, zu Beginn Bundeskanzler Friedrich Merz. Damit die Sicherheit des Landes bewahrt bleibe, brauche es Anstrengungen sowohl bei der Verteidigungsfähigkeit als auch bei der Vorbereitung für den Zivilschutz – auch auf lokaler Ebene. Dazu waren Vertreter der örtlichen Hilfsorganisationen eingeladen, die an der von Anke Fuchs-Dreisbach, MdL, geleiteten Podiumsdiskussion teilnahmen: Reiner Senner vom THW-Ortsverband Siegen, Thorsten Heß vom Malteser Hilfsdienst sowie Georg Weil, Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein im Ausschuss für Gesundheit und Bevölkerungsschutz.
Gelobt wurden die bestehenden Kooperationen in Siegen-Wittgenstein. Die Kommunikation untereinander könne jedoch noch weiter gestärkt werden. Das Motto KKK „In Krise Köpfe kennen“ sei für den Bevölkerungsschutz und das Katastrophenmanagement von großer Bedeutung. Insofern seien auch solche Veranstaltungen sehr sinnvoll.
Die Experten empfehlen für die persönliche Bürgerinformation den Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“. Zum Download einfach hier klicken!

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